X9687
Abstürze > der R.A.F.
Am 12. April 1942 starteten unter anderem neun Wellington Bomber der 304th polnischen Squadron zum Angriff auf die KRUPP-Werke in Essen.
Darunter auch die Wellington Ic, X9687 unter dem Kommando von Fl/Lt. Walery Marian Misniakiewicz. Vor Köln geriet sie in den Scheinwerferkegel der Flak und wurde unter anderem von der 1.u.3./ Res.Flak Abt. 465 unter Feuer genommen. Sie erhielt einen Volltreffer und geriet in Brand, worauf die gesamte Crew die Maschine mit dem Fallschirm verließ. Brennend stürzte die Wellington bei Gleuel am Ortsrand von Bachem auf freies Feld und wurde völlig zerfetzt.
Warrant Officer Marian Bratkowski landete auf dem Gelände des Schlachthofs in Köln-Ehrenfeld und wurde dort festgenommen. Er hatte sich jedoch eine Verletzung am rechten Bein zugezogen und wurde nach einer Erstversorgung durch einen deutschen Truppenarzt ins Reserve-Lazarett nach Köln-Nippes gebracht. Nach zwei Wochen wurde er in ein deutsches Kriegsgefangenlager überstellt.
Sgt. Graczyk und Sgt. Niewolski landeten in Köln-Nippes und wurden von einem Beamten des Luftschutz-Reviers 16 festgenommen und später von einem Feldwebel der Fliegerhorst-Kommandantur in Köln-Butzweilerhof abgeholt.
Ebenfalls im Kölner Stadtgebiet landete der Pilot, Flt/Lt. Misniakewicz. Ihm gelang es jedoch, sich unerkannt in Richtung holländische Grenze durchzuschlagen. In der Nähe von Aachen war für ihn die Flucht zu Ende, am 20. April wurde von Deutschen Polizisten festgenommen und ins Zwischenlager nach Arnoldweiler bei Düren verbracht. Hier hielt man ihn ohne jede Versorgung und Nahrung bis zum 03. Mai fest und brachte ihn dann ins Gestapo-Gefängnis nach Aachen. Hier wurde er gefoltert, unter anderem mit Bissen ins Gesicht und in die Ohren. Am 13. Mai wurde er ins Gefängnis nach Oberursel gebracht, wo er 15 Tage in einer Dunkelzelle verbrachte. Erst am 01. Juni 1942 wurde er in das Kriegsgefangenlager Stalag Luft 3 überstellt.
Warrant Officer Jan Ludwik Broda geriet unverletzt auf einem nahe dem Absturzort liegenden Bahnhof in deutsche Kriegsgefangenschaft und wurde zum Absturzort der Wellington gebracht, wo er durch Offiziere der Fliegerhorst-Kommandantur vernommen wurde.
Der Navigator, Major Edward Mlynarski wurde erst am Morgen des 13.April gefunden, er hing schwer verletzt mit seinem Fallschirm an einem Schornstein. Er wurde noch in ein Kölner Krankenhaus gebracht, erlag jedoch unmittelbar danach seinen schweren Verletzungen. Er wurde auf dem Kölner Westfriedhof beigesetzt.
Quelle: Grundlegende Informationen zu diesem Absturz mit freundlicher Genehmigung von Werner Müller, Luftfahrtarchiv-Köln und Jürgen Constien, Hürth
links:
Die Absturzstelle der Wellington Ic, X9687 am Ortsrand von Bachem.
Unten:
Die vier Fotos zeigen die völlig zerstörte Wellington auf den Feldern am Ortsrand von Bachem.
Quelle: für alle Fotos: Stadtarchiv Hürth, mit freundlicher Unterstützung von Jürgen Constien, Hürth
links:
Offiziere der Fliegerhorst-Kommandantur Köln-Butzweilerhof inspizieren die Absturzstelle der Wellington.
links, beide Fotos
Der in der Nähe gelandete Heckschütze, Warrant Officer Jan Ludwik Broda wird von den Offizieren der Fliegerhorst-Kommandantur Köln-Butzweilerhof über die Absturzstelle geführt.
links:
Die Sterbeurkunde von Major Edward Mlynarski, nachträglich ausgestellt am 01.12.1949 vom Standesamt in Köln
Quelle: Arolsen Archiv