X3489 - Luftkriegsarchiv Köln

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X3489

Abstürze > der R.A.F.
  
263 Flugzeuge starteten zum Nachtangriff auf Köln. In dieser mondhellen Nacht wurden die Bomber von sehr starkem Flakfeuer attackiert.  

Die Wellington III, X3489 wurde von der Flak getroffen, geriet in Brand und zerbrach in der Luft. Der vordere Teil der Maschine stürzte im Bereich Heinzbergstr./ Kyffhäuser Str. ab. Der Pilot wurde noch lebend, aber schwer verletzt geborgen und in einen Hausflur gelegt, wo er noch einige Stunden ohne jede ärztliche Hilfe verblieb und dann verstarb.(1). (Der Polizeibericht gibt als Absturzstelle "Moselstr./KyffhäuserStr." an)

Der größte Teil der Wellington stürzte im Bereich der Robert-Koch-Str./ GyrhofStr. in ein Hof-und Gartengelände. Viele Bewohner der angrenzenden Häuser verließen daraufhin die Keller und Bunker, um sich den Absturzort anzusehen. Bergungsmannschaften und Feuerwehr trafen ein, um die Toten aus den Trümmern zu bergen. Etwa eine dreiviertel Stunde nach dem Absturz explodierte plötzlich die Bombenladung, 16 Zivilisten und Rettungskräfte wurden getötet und über 60 zum Teil schwer verletzt.

Diese Katastrophe fand selbst in einer Kölnischen Zeitung Erwähnung (2). Und einige Tage später war hier ein weiterer Artikel zu lesen. Hierin wurden aber nicht die Toten betrauert, sondern der Vorwurf erhoben, das die Toten und Verletzten selbst Schuld an Ihrem Schicksal hätten. Schließlich hätten sie ja in den sicheren Schutzräumen bleiben Können (3)

Zusätzliche Quellen:
Polizeibericht der Stadt Köln vom 07.04.1942
Köln im Luftkrieg, Statistische Mitteilungen der Stadt Köln / Seite 95
Heinz Plettenberg "Starke Verbände im Anflug auf Köln" / Seite 83
(1) Anne Sass "Mehr als nur Kwatier Latäng" / Seite 142
(2) Zeitung "Der neue Tag" vom 07.04.1942
(3) Zeitung "Der Neue Tag" vom 09.04.1942







oben:
Die beiden Absturzorte der Wellington X3489

unten:
Der Bericht zum Absturz in der Robert-Koch-Str. Ob das Foto diesen Absturz zeigt, ist nicht bewiesen.

darunter:
Der Bericht "Ein ernstes Wort" in der gleichen Zeitung zwei Tage nach dm Unglück.

Quelle für beide Zeitungsausschnitte:
"Der Neue Tag" vom 07.04. und 09.04.1942  aus Zeitungsportal "zeit.punkt NRW"
links:

Pilot Wing Commander Reginald Sawrey-Cookson
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