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PB701 - Luftkriegsarchiv Köln

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PB701

Abstürze > der R.A.F.

Beim Anflug auf das Bombenziel, die Rhenania Ossag-Ölraffinerie im Bezirk Reisholz, wurde die Maschine von dem deutschen Nachtjäger Unteroffizier Walter Telsing vom II./NJG11 angegriffen. Er flog die Lancaster von unten an  und feuerte seine Salven unter anderem in die geöffneten Bombentüren und in die Tragflächen.
Dies war der erste und einzige Abschuss, den Uffz. Telsnik als Jagdflieger erzielte.

Der Innere Steuerbordmotor und die Benzintanks in der Tragfläche der Lancaster gerieten in Brand und explodierten. Der hintere Geschützturm und das Höhenruder wurden schwer beschädigt, der  Heckschütze, Fl/Sgt Thomas Stanley Carr wurde durch den Beschuss getötet. Der Pilot gab unmittelbar nach dem Beschuss den Befehl zum Verlassen der Maschine. In ca. 17.000 Fuß Höhe verließen alle noch Überlebenden, mit Ausnahme des Piloten, die brennende Maschine.

Der Pilot, F/Lt Andrew Desmond Pelly DFC, blieb am Steuerknüppel, um der Besatzung Zeit zum Verlassen zu geben und stürzte mit der Maschine ab. Sie explodierte in geringer Höhe im Bereich Halzenberg/Oberhagen/Bergstadt, die Trümmer erstreckten sich über mehrere hundert Meter.

Tragischerweise öffnete sich der Fallschirm von F/O Sinfield nicht, er konnte nur noch tot geborgen werden. Er wurde zusammen mit Fl/Sgt Carr auf dem Friedhof in Dhünn beerdigt. Ebenfalls tödlich verwundet fand man Fl/Sgt. Bangs in der Nähe von Hüffen, er wurde auf dem katholischen Friedhof von Kürten bestattet.
W/O William Pearce versteckte sich auf seiner Flucht nach Westen ganze fünf Nächte, bevor er von einem Zivilisten entdeckt und den deutschen Behörden übergeben wurde. Ebenso wie Sgt Pelly, der erst zwei Tage nach dem Absturz gefangen genommen wurde, kamen beide in Deutsche Kriegsgefangenschaft. Auch Fl/Sgt Morgan, F/O MacLeod und Sgt. Routledge folgten den beiden in ein das deutsche Kriegsgefangenenlager Stalag VII A.

William (Bill) Pearce versuchte nach dem Krieg über viele Jahre, denjenigen ausfindig zu machen, der seinerzeit für den Abschuss der PB701 verantwortlich war. Er fand den Kontakt zu Walter Telsnig und ein jahrelanger, freundschaftlicher Brief-und Telefonkontakt begann. Im Jahre 2008 trafen sich die beiden ehemaligen Kontrahenten in  Salzburg zu einem langen und versöhnlichen Gespräch.
 

oben:
Die Gegend des Absturzes, darunter der Absturzort bei Halzenberg

darunter:
die An-und Abflugroute der Bomber bei Angriff auf Reisholz
Quelle: lancasterbombers.net

unten links:
W/O William George Pearce R.A.A.F
Quelle: aircrewemembered.com

unten rechts:
Unteroffizier Walter Telsnig, II/NJG 11
Quelle: aircrewemembered.com



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