PB465
Abstürze > der R.A.F.
Am 29. November flogen F/S Cooke und seine Besatzung in der Lancaster PD465 zu einem Tagesangriff auf Dortmund. Beim Rückflug vom Ziel, im dichten Stau am Kölner Wendepunkt, wurde sie in eine Kollision mit einer anderen Lancaster, der PD313 von der 550 Squadron, geflogen von F/O Simmons ,verwickelt. Das Steuerbordruder des Flugzeugs von F/S Cooke wurde schwer beschädigt, und er gab der Besatzung den Befehl, das Flugzeug zu verlassen. Unmittelbar nach diesem Befehl explodierte die Maschine in der Luft, der Hauptteil der Trümmer fiel in das Werksgelände der IG Farben in Leverkusen (BAYER-WERKE)
Oberstleutnant G. T. Mortimore, der als Ersatzflieger fungierte, konnte seinen Fallschirm nur mit Mühe anbringen, öffnete die Bugklappe und fiel heraus. Er brach sich bei der Flucht den Arm, zog aber mit der linken Hand an der Reißleine, woraufhin sich der Fallschirm öffnete und er in den oberen Ästen einiger hoher Bäume landete. Einige deutsche Soldaten in der Nähe kletterten hinauf, um ihn zu befreien, und er wurde in ein Krankenhaus in Köln gebracht, wo sein gebrochener Arm behandelt wurde. F/O Mortimore erlitt außerdem Schrapnellwunden im Gesicht und am Bein und erfuhr später, dass die Lancaster unmittelbar nach seinem Absprung explodiert war. Er verbrachte den Rest des Krieges in Deutscher Kriegsgefangenschaft.
Die andere Lancaster, die in den Zusammenstoß verwickelt war, schaffte es, allein mit ihren beiden Backbordmotoren nach England zurückzukehren. Nach einem schwierigen Flug konnte der Pilot, F/O Summons, eine Notlandung in Manston durchführen.
Für F/S Cooke und die anderen Besatzungsmitglieder gab es leider kein Entrinnen und sie ruhen gemeinsam auf dem Reichswald-Kriegsfriedhof. F/S Cooke erhielt nie seine Tapferkeitsmedaille für besondere Verdienste, die am 2. Januar 1945 bestätigt wurde.
zusätzliche Informationen:
Mein herzlicher Dank gilt Frau Heike Dansard vom BAYER-Archiv in Leverkusen für ihre Unterstützung bei meinen Recherchen.
oben:
hier stürzte ein größerer Teil der explodierten Lancaster innerhalb des Werksgeländes der I.G.Farben ab
darunter:
die zerstörte Werkshalle, in welche die Flugzeugtrümmer stürzten.
Quelle:
BAYER-Archiv Leverkusen
unten links:
Der Pilot der Lancaster PB465, Fl/Sgt. Jackson Chartis Cooke, RCAF