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PB141 - Luftkriegsarchiv Köln

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PB141

Abstürze > der R.A.F.
       
Beim Rückflug vom Angriff auf die Bahnanlagen in Köln-Gremberg wird die Lancaster II PB141 von der Flak beschossen und gerät in  Brand. Angeblich soll sie auch von Deutschen Nachtjägern beschossen worden sein, jedoch gibt es hierüber keine gesicherten Erkenntnisse.

Ein Teil der Crew rettet sich mit dem Fallschirm aus der brennenden Maschine, nur Fl/O Hugh Edmund Parratt und Fl/Sgt. Roy Kenneth Shirley wurden in der Maschine eingeschlossen, als diese in der Luft zerbrach. Die Teile Maschine stürzten in das Reichsbahnausbesserungswerk in Köln-Nippes. Paratt und Sherley wurden schwer verletzt geborgen und in das Reserve-Lazarett nach Köln-Hohenlind gebracht.

Hugh Parratt hatte eine zertrümmerte Stirnhöhle, einen gebrochenen Unterschenkel und ein gebrochenes Fersenbein. Er verblieb bis Ende Februar 1945 in Hohenlind und wurde erst dann ins Stalag-Revier nach Hoffnungsthal überstellt.
Roy Sherley hatte eine Beckenquetschung erlitten und wurde schon am Sylvestertag 1944 nach Hoffnungsthal  ins dortige Krankenrevier überführt.

Die restlichen fünf Crewmitglieder erreichten zwischen Köln-Nippes und Köln-Ehrenfeld wieder festen Boden und gerieten in Deutsche Kriegsgefangenschaft. Der Pilot, Pilot Officer Kenneth William Hewitt kam in Köln-Nippes zu Boden, etwa 300 Meter von der Heliosstrasse entfernt. Was dann geschah, war nach dem Krieg Anlass für eine intensive Untersuchung, die sowohl von den Amerikanischen Militärbehörden als auch von den Britischen Militärs, unabhängig voneinander, durchgeführt wurde.
Kenneth Hewitt wurde von einem bis heute unbekannten "Parteifunktionär" in brauner Uniform mit der Pistole dreimal in den Bauch geschossen. Umstehende Personen sollen im jeden Hilfe versagt haben. Der später hinzugekommene deutsche Gefreite Hubert Wester schoss auf Hewitt erneut. Andere Wehrmachtsangehörige brachten Hewitt zwar noch ins St.Franziskus-Hospital in der Schönsteinstrasse, es kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er verstarb unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.

Wer letztendlich für den Tod von Kenneth Hewitt verantwortlich ist, konnte nie restlos geklärt werden. Der "Parteifunktionär" konnte trotz intensiver Recherche seinerzeit nicht ermittelt werden. Der Gefreite Hubert Wester konnte nicht mehr befragt werden, da er im April 1945 an der Ostfront gefallen war. Seine Witwe hat zwar später ausgesagt, ihr Mann habe Hewitt den "Gnadenschuss" gegeben, da er nicht wollte, das Hewitt nach den drei Bauchschüssen weiter leidet. Dieser Auslegung wollten die damals untersuchenden Stellen jedoch nicht folgen. Ohne ein endgültiges Ergebnis wurden die Untersuchungen am 07. Juni 1948 abgeschlossen.

Sehr ausführlich werden die Geschehnisse des 23.12.1944 und die spätere Untersuchung dargestellt in:
Sean Feast " HEROIC ENDEAVOUR"

In diesem Zusammenhang danke ich Traugott Vitz für seine Hilfe bei der Recherche zum Mord an Kenneth Hewitt.
links:

KE-Bericht Nr. 10062

Er wurde von der für die Bergeeinheit zuständigen Fliegerhorstkommandantur ausgestellt.
In diesem Bericht wurden alle wesentlichen Details zum Absturz, zur Maschine, zu den Toten und Verletzten sowie zu technischen Details der abgestürzten Maschine festgehalten.
Der größte Teil dieser KE- oder KU-Berichte wurde kurz vor Kriegsende vernichtet, einige hundert können im National-Archiv in Washington eingesehen werden.

links:
Der Polizeibericht über den Angriff vom 23.12.1945 mit dem Hinweis auf das abgestürzte Flugzeug am Bahnhof Köln-Nippes.
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