ME649
Abstürze > der R.A.F.
Auf dem Rückflug vom Angriff auf Essen erhielt die Lancaster I, ME649 schwere Flaktreffer, die zwei Motoren der Maschine in Brand setzten. Sie verlor rasch an Höhe und die Besatzung versuchte, sich durch Fallschirmabsprung zu retten.
Aus nördlicher Richtung kommend zerlegte sich die brennende Maschine in der Luft und stürzte kurz hinter dem Ortsende von Jüchen gegenüber der Kölner Straße. 63 auf freiem Feld ab.
Die Absturzstelle wurde sofort von einem örtlichen Wehrmachtskommando abgesperrt, das weder Polizei noch Privatpersonen an die Absturzstelle ließ. Am nächsten Tag rückte diese Wehrmachtseinheit jedoch ab, ohne sich weiter um das Wrack und die darin befindlichen Toten zu kümmern. Der Amtsbürgermeister verständigte daraufhin die zuständige Fliegerhorstkommandantur, die sich um den Abtransport des Wracks und der Bestattung der Toten kümmern sollte. Diese bargen zwei Tage nach dem Absturz die völlig verstümmelten Leichen von Fl/O. Picot und Fl/Sgt. Yates und übergaben Sie der Ortspolizei. Die beiden Toten wurden auf dem Friedhof von Jüchen beerdigt und erst im April 1947 exhumiert und nach Rheinberg Cemetery überführt.
Die restliche Crew konnte sich mit dem Fallschirm retten und geriet in Deutsche Kriegsgefangenschaft. Fl/Sgt. Myron Allen Williams versuchte nach seiner geglückten Landung, auf von Alliierten kontrolliertes Gebiet zu gelangen. Er wurde erst am 19.12.1944 im Aufmarschgebiet der Deutschen Wehrmacht zur Ardennenoffensive gefasst. Man glaubte ihm nicht, dass er sich ohne Hilfe der Widerstandsbewegung bis hierhin durch schlagen konnte und folterte ihn, um Aussagen von ihn zu bekommen.
Zusätzliche Quellen:
Archiv der Stadt Jüchen / Unterlagen Friedhofamt
oben:
Der Absturzort der Lancaster I, ME649 an der Kölner Strasse.
links:
Fl/O Philip Mourant Picot
links unten:
Fl/Sgt. Prince Edward Gooderham Yates von der Royal Canadian Air-Force.
rechts unten:
Die Grablage von Picot und Yates auf dem Friedhof in Jüchen.