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L7316 - Luftkriegsarchiv Köln

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L7316

Abstürze > der R.A.F.
  
Um 20:30 Uhr startete die Manchester L7316  von Waddington aus zum Bombenangriff auf Köln.  Beim Einflug in den deutschen Luftraum hatte sie eine Höhe von 7.000 bis 8.000 Fuß erreicht, als sie plötzlich von Flakscheinwerfern erfasst wurde. Die Maschine geriet sofort in ein schweres und präzises Flakfeuer. Mit der Bombenladung an Bord und bevor ein nennenswertes Ausweichmanöver durchgeführt werden konnte, wurde die Manchester von Flaksplittern getroffen und fing sofort Feuer. Die Schrapnellsplitter rissen mit ziemlicher Sicherheit die Flügeltanks auf und durchdrangen den Rumpf, einer verletzte den Piloten am Rücken.
Gleichzeitig wurde die von Scheinwerfern angestrahlte Manchester von einer Bf 110 des Nachtjagdgeschwaders  2./NJG1 unter Olt. Wolfgang Thimmig  unter Feuer genommen. Dreimal griff die Bf110 an und erzielte mehrere Treffer, die beide Motoren in Brand setzten.

Es gab offensichtlich keine Aussicht auf Rettung des Flugzeugs, das sich schnell in ein rasendes Inferno verwandelte. Flt/Lt. Gilderthorp und der Beobachter, Sergeant Leonhard C. Parker, konnten sich aus der vorderen Luke des Flugzeugs mit dem Fallschirm retten, bevor die Flammen sie erreichten. Der verwundete Gilderthorp, der den Boden nicht sehen konnte, war auf die Schwere des Aufpralls nicht vorbereitet und erlitt bei der Landung weitere schwere Verletzungen, darunter einen Beckenbruch. Er wurde bewusstlos und kann sich daher nicht daran erinnern, wo er gestürzt ist oder wie er gefunden und ins Krankenhaus gebracht wurde.
Es dauerte mehrere Tage, bis er das Bewusstsein wiedererlangte, und viele Wochen, bis er stark genug war, um in das Kriegsgefangenenlager Stalag Luft L3 überführt zu werden.
Auch Parker überlebte den Absprung und wurde bei Wilderath gefangen genommen.

L7316 stürzte mit den übrigen Besatzungsmitgliedern um 23:39 Uhr in Oberkrüchten unmittelbar neben dem Haus der Familie Anderstiegen ab und explodierte beim Aufschlag.  Christian Anderstiegen, seine Frau Katharina und die beiden Töchter Elisabeth und Helga verbrannten bis zur Unkenntlichkeit in den Trümmern ihres Hauses. Die beiden Töchter Christine und Wilhelmine, damals 12 und 14 Jahre alt, wurden durch die Explosion aus dem Haus geschleudert und überlebten verletzt diese Katastrophe.
Auch vier Besatzungsmitglieder konnten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden. Sie wurden nach Köln überführt und dort auf dem Südfriedhof bestattet.

Wichtige Informationen zu diesem Absturz erhielt ich von Bernd Nienhaus aus Niederkrüchten, dafür meinen herzlichen Dank!
Weitere Quellen: Robert Kirby "THE AVRO MANCHESTER"
                             Joe Labonde: "Aus der Geschichte von Oberkrüchten" 2000
                   L.Hügen: "Elmpt und Niederkrüchten" 1993





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