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KB782 - Luftkriegsarchiv Köln

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KB782

Abstürze > der R.A.F.

Beim Angriff auf Düsseldorf wurde die Bomberflotte von Deutschen Nachtjägern angegriffen. Die Lancaster X, KB782 wurde von Lt. Heinz-Joachim Schlage vom Stab IV./NJG 1 unter Beschuss genommen und getroffen. Die Maschine geriet in Brand und die Crew bekam den Befehl, die Maschine mit dem Fallschirm zu verlassen.

Die Lancaster stürzte mit voller Bombenlast in Solingen in einem Wohngebiet Franken-/Ecke Beringstraße ab und explodierte. Zehn Häuser wurden völlig zerstört, über 40 beschädigt. Elf Zivilisten fanden dabei den Tod, 31 wurden verletzt. Aus den Trümmern konnte man den Piloten Jack Holtze sowie Leslie Ruhl und Joseph Bachant nur noch tot bergen, die restliche Crew konnte sich mit dem Fallschirm retten und wurde am Boden von gefangen genommen und zum Rathaus in Solingen gebracht.

In der Nacht vom 4. zum 5. November erlitt Solingen einen schweren Luftangriff. Am Morgen des 5. November, die Aufräumungsarbeiten waren noch in vollem Gange, mehrere Häuser brannten noch, sollten die vier Gefangenen von einer Luftwaffeneinheit nach Düsseldorf gebracht werden. Sie wurden aus dem Rathaus geholt und zu einem in der Nähe stehenden Lkw gebracht. Als die Leute auf der Straße dies bemerkten, wurden die Gefangenen beschimpft und mit Steinen beschmissen, einige Männer zogen ihre Pistolen und begannen zu schießen. Am Ende dieses Tumults lagen vier tote Soldaten auf der Straße.

Nach Kriegsende begann im Mai 1947 in Hamburg ein Prozess gegen vier Deutsche Staatsangehörige, darunter ein SA-Sturmführer und ein Wehrmachtssoldat. Es war für das Gericht sehr schwierig, die genauen Umstände des Kriegsverbrechens an den vier Soldaten aufzuzeigen und die Tötung jedes Einzelnen den Angeklagten nachzuweisen.
Nach der Beweisaufnahme und nach Anhörung vieler Augenzeugen fällte das Gericht sein Urteil:
Der SA-Sturmführer Erich Lilinski wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Er wurde jedoch zu 20 Jahre Gefängnis begnadig, von denen er nur knapp 10 Jahre verbüßte und 1957 aus dem britischen Gefängnis in Werl entlassen.
Der zweite Hauptangeklagte Fritz Lomberg wurde zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt und ebenfalls im Jahre 1957 entlassen.

Die gesamte Crew der KB782 wurden auf dem katholischen Friedhof in Solingen bestattet und im Juni 1948 exhumiert und auf dem Reichswald Forest War Cemetery zur letzten Ruhe gebettet.

zusätzliche Quelle:
VITZ-Memorial Archiv by Aircrewremembered.com



oben links:
Der Pilot der Lancaster, Fl/O Jack Holtze,  RCAF

oben rechts:
Air Gunner  P/O Joseph Ferdinand Jaques Bachant, RCAF

Quelle: findagrave.com


rechts:
die Erstgrablage der Crew auf dem katholischen Friedhof in Solingen


unten links und rechts:
Die Umgebung von Solingen und der Absturzort





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