HR950
Abstürze > der R.A.F.
Auf dem Rückflug von einem Bombenangriff auf Leverkusen geriet die Halifax II, HR950 in den Wirkungsbereich der 2.u.8./schweren Flak Abteilung 381 und weiterer
Flak-Stellungen. Sie erhielt schwere Treffer in die Tragflächen und den Rumpf und geriet in Brand. Der Pilot, Fl/Sgt. McCutcheon ordnete das Verlassen des Flugzeugs an, worauf alle sechs Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm absprangen. Er selbst versuchte noch eine Bruchlandung, die jedoch misslang.
Mit der Nase voran stürzte die Maschine gegen 19:40 Uhr auf ein freies Feld, genannt "Am Bleimann", etwa 1 km nord-westlich von Niederembt , explodierte und brannte für mehrere Stunden vollständig aus.
Der Pilot wurde am nächsten Tag völlig verbrannt und verstümmelt aus dem Wrack geborgen und entgegen der Vorschrift und auf Anweisung des Bürgermeisters auf dem Friedhof in Niederembt bestattet. Normalerweise hätte der Bürgermeister auf das Eintreffen des Bergekommandos aus Köln-Ostheim warten müssen, die die britischen Toten ausschließlich auf dem britischen Teil des Kölner Südfriedhofs bestatteten.
Der Flugingenieur Sgt. David Scott Ward konnte sich zwar mit dem Fallschirm retten, er wurde jedoch noch in der Nacht auf einem Feld in der Nähe von Glesch tot aufgefunden. Der Tote lag neben seinem Fallschirm und hatte eine Schussverletzung im Kopf. Woher diese Verletzung stammte, wurde auch bei der Exhumierung im Oktober 1946 nicht weiter verfolgt, sie wird lediglich im Exhumierungsprotokoll erwähnt. Sgt Ward wurde am nächsten Tag vom Bergekommando nach Köln überführt und dort auf dem Südfriedhof beigesetzt.
Drei Weitere der Besatzung, Sgt. Jefcot, Sgt. Leverington und Sgt. Pottinger gerieten in der Nähe von Elsdorf in Deutsche Kriegsgefangenschaft. Sgt. Jefcoat wurde schwer verwundet geborgen, er hatte einen Durchschuss durch beide Beine und kam in ein Deutsche Kriegslazarett.
Sgt. Norman Hall gelang es vorerst, sich der Gefangennahme zu entziehen. Obwohl er verwundet war, marschierte er über 12 Stunden in Richtung zur Belgischen Grenze, wurde aber am Mittag des 20. November von einer Deutschen Streife festgenommen und geriet so in Kriegsgefangenschaft.
oben links:
Der Absturzort "Am Bleimann", oberhalb von Niederembt
oben rechts:
Der Absturzort aus heutiger Sicht
links:
Der Todesfallnachweis von Sgt. David Scott Ward
unten links:
Die Erstgrablage von Fl/Sgt. Franklin Tees McCutcheon auf dem Friedhof in Niederembt. Er wurde als "unbekannter Soldat" beerdigt und erst nach der Exhumierung identifiziert.
unten rechts:
Die Erstgrablage von Sgt. David Ward auf dem Kölner Südfriedhof