EH887
Abstürze > der R.A.F.
Am 26. Mai 1943 um 00:16 Uhr startete vom Flugplatz Downham Market in England die Stirling III, Kennung EH887 zum Bombenangriff auf Düsseldorf. Sie war eine von 759 Bomberflugzeugen, die sich auf den Weg machten, die Düsseldorfer Industrie zu attackieren. Schlechte Sicht durch Nebel verhinderte jedoch ein gezieltes Bombardement, ein weit gestreutes Bombenfeld war das Resultat.
Auf dem Rückflug wurden die Bomber, wie auch schon auf dem Anflug auf Düsseldorf, von den Deutschen Nachtjägern erwartet. Im Gebiet zwischen Köln, Düren, Jülich hin bis zur holländischen Grenze machten die Nachtjäger Jagd auf die schwerfälligen Bomber der Royal Air-Force. Das Deutsche Jäger-Ass Major Walter Ehle brachte innerhalb von drei Minuten vier Bomber zum Absturz. Darunter auch die EH887, die brennend bei Steinstraß aufschlug und ausbrannte. Lediglich ein Besatzungsmitglied konnte mit dem Fallschirm abspringen. Der Rest der Crew kam bei dem Absturz ums Leben, wurde geborgen und auf dem Südfriedhof in Köln beigesetzt.
Der Einzige, der sich retten konnte, war der 19jährige Sergeant Francis William Bennett. Er gehörte nicht zur eigentlichen Crew, er war lediglich als achtes Besatzungsmitglied an Bord, denn er war frischgebackener Pilot auf seinem erste Bombereinsatz und flog lediglich als "Beobachter" mit. Neue Piloten mussten erfahrene Besatzungen auf zwei Bombereinsätzen begleiten, um zu lernen, wie es bei einem solchen Einsatz zuging. Erst danach durften sie mit ihrer eigenen Crew zum Einsatz kommen.
Sgt. Bennet wurde vom Absturzort der EH887 nach Süden abgetrieben und landete unsanft in einem Waldstück bei Morschenich. Er brach sich dabei den Knöchel und hatte durch den Beschuss eine stark blutende Wunde am Kopf. So schleppte er sich durch den Wald und erreichte gegen 05:30 ein Forsthaus. In der festen Überzeugung, dass er in Frankreich gelandet sei, klopfte er an die Tür. Um so erstaunter war er, als ihm geöffnet wurde und er von einer Frau in deutscher Sprache angesprochen wurde.
Er wurde ins Haus gebeten, verbunden und verpflegt. Vom Bürgermeister des Nachbarortes wurde er schließlich abgeholt und später einem Wehrmachtoffizier übergeben, der ihn ins Stammlager VI nach Arnoldsweiler brachte. Hier wurde er vier Wochen festgehalten und verhört, bevor er ins Kriegsgefangenlager Stalag III überstellt wurde.
Zum Kriegende, auf einem Marsch der Kriegsgefangenen nach Westen, gelang ihm mit einem Kameraden die Flucht. Sie schlugen sich bis in das von Alliierten besetzte Hinterland durch und trafen dort auf amerikanischen Soldaten. Sgt. Bennett´s Kriegsgefangenschaft war damit zu Ende und er kehrte nach England zurück.
Er blieb 33 Jahre lang im Dienste der Royal Air-Force und verstarb am 25. November 2015 im Alter von 95 Jahren.
Danke für Hintergrundinformationen zu Sgt. Bennett von:
Peter Grundy, Durham/England
und Inga Mehlert-Garms vom Archiv in Merzenich.
links oben:
Der Absturzort der Stirling EH887 bei Steinstraß.
rechts oben:
Der Absturzort und der Landpunkt von Sgt. Bennet bei Morschenich
links:
Die Crew der EH 887, alle bezahlten ihren Einsatz mit ihrem Leben.
Stehend, zweiter von links: Pilot Sgt. Norman Sidney Collins.
links:
Das Heck und der hintere Geschützturm der EH887,
abgestürzt am Ortsrand von Steinstraß
links:
Der einzig Überlebende der EH887, Sgt. Francis William Bennet.
Er konnte sich mit dem Fallschirm retten und geriet bei Morschenich in Deutsche Kriegsgefangenschaft.