ED737
Abstürze > der R.A.F.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1943 starteten 202 Lancaster und zehn Halifax-Bomber zu einem Bombenangriff auf Köln. Auf dem Anflug zum Ziel wurde der Bomberstrom schon über Holland und Belgien von Deutschen Nachtjägern der Nachjagdgeschwader 1 und 3 angegriffen.
Unter den anfliegenden Maschinen war auch die Lancaster III, ED737, die um 22:15 in Bottesford gestartet war. Hauptmann Manfred Meurer vom 3./NJG 1 nahm die Lancaster unter Beschuss, setzte so mehrere Triebwerke in Brand und tötete den Air-bomber. Beim zweiten Feuerstoß fiel das Interkommunikationssystem aus und die Maschine geriet außer Kontrolle.
Der Pilot, Lt Binnie gab den Befehl zum Verlassen des Flugzeugs, worauf zwei Mitglieder der Crew in ca 20.000ft Höhe mit dem Fallschirm absprangen. Dadurch verklemmte sich die Ausstiegsluke und der restlichen Besatzung war es somit nicht mehr möglich, die Maschine zu verlassen.
Sie setzte ihren Flug noch über die Landesgrenze fort und steuerte auf Nieder-und Oberkrüchten zu. In relativ geringer Höhe brach die Lancaster auseinander, die mitgeführte Luftmine schlug unmittelbar am Ortsrand von Oberkrüchten auf, explodierte und zerstörte dabei zwei Häuser total. Siebzehn weitere Häuser wurden durch die Druckwelle und Flugzeugteile schwer beschädigt. Weitere 110 Gebäude wurden leicht beschädigt.
Zehn Ortsbewohner wurden bei dem Absturz getötet, darunter waren fünf Kinder im Alter von zwei bis dreizehn Jahren. Zwölf weitere Bewohner des Ortes wurden verletzt, davon zwei schwer.
Von der Besatzung hatten sich zwei mit dem Fallschirm retten können, zwei weitere wurden beim Auseinanderbrechen der Maschine heraus geschleudert und landetet verletzt am Boden. Einer davon war der Co-Pilot, Fl/O Arthur Smith, der verletz in einem Graben aufgefunden wurde. Ein Hilfszöllner fand ihn und schlug ihn mit dem Kolben seines Gewehrs. Ein später eintreffender Polizist holte einen Arzt, der den Schwerverletzten in ein Krankenhaus nach Mönchen Gladbach bringen ließ. Hier ist Fl/O Smith jedoch seinen Verletzungen erlegen.
Drei weitere tote Besatzungsmitglieder wurden in den Gärten bei Oberkrüchten gefunden und auf dem Friedhof von Mönchen Gladbach beerdigt. Ein vierter Tote wurde erst am 21.06.1943 in einem Kleefeld in der Nähe von Oberkrüchten geborgen und ebenfalls in Mönchen Gladbach bestattet. Im August 1946 wurden alle exhumiert und auf dem britischen Militärfriedhof in Rheinberg zur letzten Ruhe gebettet.
zusätzliche Quellen:
Meinen herzlichen Dank für zusätzliche Informationen an:
Bernd Nienhaus, Ulrich Seeboth,
Heimatverein Oberkrüchten,
Kreisarchiv Viersen.
oben:
Die Gegend um Ober- und Niederkrüchten
unten:
Oberkrüchten mit den Gebäudeschäden, die durch die abgeworfene Luftmine entstanden sind.
darunter:
Der Ortsplan von Oberkrüchten aus heutiger Sicht
unten links und rechts:
Gebäudeschäden nach dem Absturz der ED737 und der Explosion der mitgeführten Luftmine.
links:
Die "Loss Card" (Verlustkarte) der Lancaster III, ED737. Oben rechts im roten Kasten sieht man die Bombenlast, mit der die Maschine bestückt war. An erster Stelle steht die Luftmine HC 4.000
Quelle: lancasterbombers.net
unten links:
Eine Luftmine HC 4.000 auf einem Transportwagen. Mit Kreide hat das Bodenpersonal "Herzliche Weihnachtsgrüße für Adolf" auf die Bombe geschrieben.
Quelle: IBCC
unten rechts:
Eine HC 4000 im geöffneten Bombenschacht einer Lancaster.
Quelle: IBCC
links:
Der Pilot der Lancaster ED737, Fl/Sgt. John Everad Binnie, RAAF