BJ974
Abstürze > der R.A.F.
Die Wellington III, BJ974 geriet bei Anflug zum Bombenangriff auf Düsseldorf in starkes Flakfeuer und stürzte im Stadtteil Frankenforst, in der Nähe des Klasheider Weg, in den Wald. In diesem Gebiet befand sich ein Munitionslager, was von starker Flak geschützt war. Die Absturzstelle befindet sich am „Dicke Stock“, einer uralten Buche am Klasheider Weg im Königsforst
Alle Besatzungsmitglieder, darunter vier neuseeländische Soldaten, kamen bei dem Absturz ums Leben und wurden auf dem Kölner Südfriedhof bestattet.
Nachbetrachtung:
Ende 2025 schrieb mich aufgrund meiner Recherche zum Absturz der BJ974 Paul Kelcher aus Neuseeland an. Sein Großonkel, Sgt Walter Kelcher war bei diesem Absturz ums Leben gekommen. Und Paul Kelcher hatte in Erfahrung gebracht, das angeblich eine zerstörte Armbanduhr am Absturzort gefunden worden sein soll. Mir war davon nichts bekannt, ich hielt es für eine nicht nachprüfbare Geschichte. Ich sagte Paul aber zu, den Fall noch einmal aufzurollen und jedes Detail zu überprüfen.
Ich schrieb daraufhin meinen Kollegen und Freund Uwe Benkel von der der Arbeitsgruppe "Vermisstenforschung" an und fragte ihn, ob er jemals was von dieser Uhr gehört hätte. Ich war mehr als erstaunt, als er mir erzählte, das er vor Jahren von einer älteren Dame die Fragmente einer Uhr bekommen habe, die in Köln an einer Absturzstelle gefunden wurde. Ihr inzwischen verstorbener Mann hatte sie als Jugendlicher direkt nach dem Absturz gefunden und zeitlebens behalten.
Anhand der Gravur auf der Uhrenrückseite konnte ich schnell ermitteln, das die Uhr dem Piloten, Sgt. Thomas Otto Metcalfe gehörte. Er hatte diese von seinen Eltern zum 18. Geburtstag bekommen. Paul Kelcher fand relativ schnell die Angehörigen von Thomas Melcalfe in Neuseeland, darunter seine inzwischen 97jährige Schwester.
Die Geschichte gelangte in Neuseeland schnell in die Presse, ebenso in England und sogar in Argentinien wurde über den Fund berichtet. Uwe Benkel fertigte einen Rahmen, in der die Uhrenfragmente zusammen mit einem Foto der Wellington III und einem Bild von Thomas Metcalfe eingebettet wurden. Am 25.April 2026 wird Paul Kelcher im Rahmen des ANZAG-Day´s, dem Gedenktag der Neuseeländer für Ihre verstorbenen Veteranen, den Bilderrahmen an die Schwester von Thomas Metcalfe übergeben.
Ein schönes Ende einer ungewöhnlichen Geschichte, die nur deshalb einen guten Abschluss fand, weil mehrere Personen an einer Geschichte recherchierten und sich austauschten.
Mein Dank geht an Paul Kelcher aus Neuseeland und Uwe Benkel von der Arbeitsgruppe "Vermisstenforschung" für Ihre tolle Zusammenarbeit.
oben:
Die an der Absturzstelle gefundenen Uhrenfragmente. Sehr gut ist die Gravur auf der Rückseite der Armbanduhr zu lesen.
darunter:
Der Pressebericht im "New Zealand´s Herald".
links:
Der Rahmen, den Uwe Benkel für die Schwester von Thomas Metcalfe angefertigt hat.