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Abstürze > der USAAF
Nach dem Bombenabwurf auf Gelsenkirchen befand sich die „Calamity Jane“ auf dem Rückflug zu ihrem Heimatflugplatz in Kimbolton in England. Nachdem die Maschine schon beim Anflug auf das Ziel von heftigen Flakfeuer begleitet wurde, hatten es jetzt Deutsche Kampfflugzeuge auf sie abgesehen. Hptm. Walter Hoeckner nahm die B-17 ins Visier und traf mit seinen 20mm-Geschossen die Nase des Flugzeugs. Major Canfield wurde dabei tödlich getroffen, Captain Magee wurde an der Schulter getroffen, sein Arm war gebrochen. Ein weiterer Gunner wurde ebenfalls durch den Beschuss getötet.
Da wesentliche Teile des Flugzeugs beschädigt waren und die Maschine schnell an Höhe verlor ordnete der Pilot den Ausstieg an.
Von Osten nach Westen fliegend donnerte die Maschine über Lindlar hinweg und schlug mit einem dumpfen Knall hinter dem Wald am Sportplatz von Lindlar auf. Sie ging sofort in Flammen auf, Bordmunition explodierte, fünf Besatzungsmitglieder verbrannten in den Trümmern. Sie wurden später geborgen und auf dem Kölner Süd-Friedhof bestattet.
Sechs weitere Besatzungsmitglieder konnten sich noch rechtzeitig mit dem Fallschirm retten und kamen in der Nähe der Absturzstelle sowie westlich von Lindlar und bei Engelskirchen zu Boden.
Ihre Gefangennahme war sehr unterschiedlich, einer wurde von Zivilisten massiv bedroht und geschlagen. Erst ein Uniformträger der NSDAP konnte die aufgebrachte Menge davon abhalten, den Gefangenen zu lynchen. Ander erging es dem Besatzungsmitglied, das unmittelbar an der Absturzstelle bei einem Bauernaus zu Boden kam. Es wurde freundlich aufgenommen und mit Kaffee und Essen gestärkt, bevor es den Deutschen Soldaten übergeben wurde. Nach dem Krieg ließ dieser Soldat aus Dankbarkeit durch seinen Bruder einen großen Blumenstrauß sowie Spielsachen und Süßigkeiten für die Kinder des Bauern überbringen.
Zusätzliche Quelle:
Kreisarchiv Lindlar, Nachlaß Fabriciusoben:
Der Absturzort der B-17 am Sportplatz in Lindlar
darunter:
Die Trümmer der B-17
links:
Die Crew der "Calamity Jane"
unten rechts und links:
Auszug aus dem Flaktagebuch vom 12.08.1943
ganz unten:
Deutsche Unterlagen "Namentliche Verlustmeldung" zum Absturz in Lindlar
Quelle:
Nationalarchiv Washington Box 112 Fold 8